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Gepostet by on Jan 3, 2013 in Politik | Keine Kommentare

Endlich einheitlicher Umsatzsteuersatz

Umsatzsteuersatz

Lisa Schwarz / Pixelio.de

Das deutsche Steuersystem muss dringend reformiert werden. Es ist zwar ein urbaner Mythos, dass zwei Drittel der weltweiten Steuerliteratur auf deutsch geschrieben ist und es gibt tatsächlich auch noch kompliziertere Systeme wie zum Beispiel in Japan, aber das macht unseres nicht besser.

Unser Allphasen-Netto-Umsatzsteuersystem mit Vorsteuerabzug ist das beste Beispiel für Steuerwahnsinn. Mittlerweile ist es nicht nur inkonsistent, sondern durch Politiker zweckentfremdet worden und letztendlich ungerecht. Die Unterscheidung in verschiedene Steuersätze ist einfach Willkür und leuchtet niemandem ein, keinem Steuerberater, keinem Anwalt, keinem Buchhalter, keinem Finanzbeamten und schon gar keinem Otto-Normalverbraucher.

Ursprünglich war der ermäßigte Steuersatz aus dem hehren Ziele heraus eingeführt worden, die Güter des täglichen Lebens zu subventionieren. Mittlerweile haben dies Generationen von Politikern und Lobbyisten schlichtweg konterkariert.

Denn so sind auf Trinkwasser, Babywindeln und Babykleidung 19 % Umsatzsteuer zu zahlen, auf Münzen, Kunstgegenstände und Blumen 7 %. Auf der Liste der dem ermäßigten Steuersatz unterliegenden Gegenstände finden sich weitere Absurditäten. Bei einem lebendigen Esel fallen 19 % an, bei einem geschlachteten 7 %. Nicht mal Schweinearten und Kartoffelsorten werden gleich behandelt: Haussschweine und Hauskartoffeln ermäßigter Steuersatz, Wildschweine und Süßkartoffeln voller Steuersatz. Diese Liste belustigt auch wegen Ihres typisch deutschen Überregulierungswahn. Was in Gottes Namen sind Topinambur und Dost? Auf jeden Fall stehen sie auf der Liste, falls das mal jemand im Supermarkt entdecken sollte – 7 % Umsatzsteuer.

Urteile des Bundesfinanzhofes haben bereits häufig die Kuriositäten unseres Steuersystems gezeigt. Ein BFH-Urteil aus August 2011 hatte zur Folge, dass Imbissbuden ihre Currywurst mit 7 statt 19 % versteuern konnten, wenn behelfsmäßige Verzehrvorrichtungen wie Ablagebretter an Imbissständen das Essen im Stehen erlauben. Wurden Tische und Sitzgelegenheiten angeboten, waren allerdings 19 % zu entrichten. Das Bundesfinanzministerium hat mittlerweile zugesagt, dass ab 01.01.2013 die steuerliche Relevanz dafür aufgehoben ist, ob Speisen von Imbissbuden im Stehen oder im Sitzen verzehrt werden und einheitlich 7 % anzuwenden sind.

Dies alles zeigt, dass wir eine konsequente Reform der Mehrwertsteuer mit einem einheitlichen Umsatzsteuersatz brauchen. Endlich Transparenz, endlich Klarheit, endlich Vereinfachung. Dass Geringverdiener von einer Vereinheitlichung nachteilig betroffen sind, ist offensichtlich und muss ausgeglichen werden. Im Sinne der Steuergerechtigkeit sollten Vermögen wie Erbschaften und Grundstücke stärker besteuert werden, Arbeit dagegen geringer.

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